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    6 Geschichten die Stadtviertel von València, die Sie Ihren Kindern

    19.05.20 15:22

     

    Diejenigen von uns, die Kinder haben, wissen sehr gut, dass es nicht einfach ist, sie stundenlang laufen zu lassen, wenn wir unterwegs sind. Der Trick besteht darin, sie zu motivieren, und dafür muss man eine Stadt gut kennen. Wir werden es Ihnen leicht machen und werden Ihnen einige interessante Geschichten über jedes Viertel in València erzählen, um die Kinder zu motivieren. Wenn Sie sie auch für ihre Geduld belohnen wollen, versprechen Sie ihnen eine Horchata mit Fartons, der Lieblingssnack der valencianischen Kinder! (Erdmandelmilch und Hefegebäck). 

    1. Offene Geheimnisse im Museu de les Ciències (Museum der Wissenschaften)
     

    Werden Sie die Ciutat de les Arts i les Ciències besuchen? Überraschen Sie Ihr Kind und zeigen Sie ihm/ihr, wie die  Schallwellen funktionieren. Gehen Sie zu den Bögen am Eingang des Museu de les Ciències, stellen Sie jeden an ein Ende und sprechen Sie. Auch wenn sie etwa 50 Meter entfernt ist, werden Sie einander perfekt hören, ohne dass jemand weiß, wovon Sie sprechen! Wenn Sie in Richtung Hemisfèric gehen, werden Sie die begehrteste Selfie-Motiv dieser Tage vorfinden: die der Riesenbuchstaben von València; Sie werden nicht widerstehen können! 

     
    2. Ein Fluss ohne Wasser im Jardín del Turia-Park  

    Wir machen unsere Besucher verrückt, wenn wir ihnen den Weg zu irgendeiner Sehenswürdigkeit zeigen: auf der andern Flussseite, wenn Sie den Fluss überqueren, finden Sie… Immer wieder nennen wir Fluss, was kein Fluss mehr ist, und unsere Besucher suchen das Wasser, wo es kein Wasser mehr gibt. Die beste Geschichte, die Sie Ihren Kindern erzählen können, wenn Sie durch den Jardín del Turia-Park spazieren, ist, wie beschlossen wurde, das Flussbett in eine echte grüne Lunge der Stadt zu verwandeln. Nach den Überschwemmungen von 1957 wurde beschlossen, den Fluss in den Süden der Stadt umzuleiten. Aber es stellte sich immer noch die Aufgabe, was mit dem trockenen Flussbett zu tun war. Einer der Vorschläge war der Bau einer 12-gleisigen Autobahn, die die Stadt durchqueren sollte, ein Projekt, das im Museum der Geschichte Valèncias zu sehen ist. Zum Glück wurde diese Idee auf Druck der Nachbarn zugunsten der Umwandlung des alten Flussbetts in eine Parklandschaft  aufgegeben, dessen Entwicklung in den 1980er Jahren mit dem Eingreifen des Architekten Ricardo Bofill im ersten der ausgeführten Abschnitte neben dem Palau de la Música beginnen sollte. Versuchen Sie, Ihre Kinder dazu zu bringen, die Gesamtlänge unseres "Flusses" zu erraten. Und wissen Sie selbst, wie lang er ist? Die Antwort befindet sich am Ende dieses Beitrags. 

     
    3. Die Blumen, die der Playa de la Malvarrosa (Stockrose-Strand) ihren Namen gaben 

    Es ranken sich viele Geschichten über den Namen des Malvarrosa-Strandes: das sich das Meer in der Morgendämmerung malvenfarbig färbt, das eine alte Papierfabrik das Meereswasser so färbte… aber der historische und tatsächliche Ursprung geht bis 1856 zurück, als das Cabanyal ein Sumpfgebiet war. Können Sie sich das vorstellen? Der französische Botaniker Jean Felix Robillard Closier, der damals in unserem spektakulären Botanischen Garten arbeitete, verwandelte ein sumpfiges Gebiet in fruchtbare Obstgärten mit Blumen, die im Volksmund Malvarrosas (alcea rosea) genannt werden, und stellte daraus in einer Fabrik, die er ganz in der Nähe der Felder errichtete, ätherische Öle her. 

     
    4. Eine Seuche, die vom Ensanche-Viertel aus geheilt wurde 

    Damals war es nicht das Coronavirus, sondern die Cholera, die València in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts befiel.  Es war einer jener Seuchenherde, die von Seeleuten aus fremden Ländern und deren Schiffe die spanischen Häfen anliefen, immer wieder eingeschleppt wurden. Es war 1885, und der katalanische Arzt Jaime Ferrán untersuchte mit Erfolg die Heilung der Cholera. Deshalb wurde er von den lokalen Behörden nach Valencia gerufen, um zu versuchen, die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen.  Er ließ sich in einem Haus im Ensanche-Viertel nieder, um seine Forschungen fortzusetzen. Und dort, in einer als sehr primitives Labor eingerichteten Küche, entdeckte er den Impfstoff gegen die Krankheit. Wenn Sie also durch das Ensanche-Viertel laufen, machen Sie einen Abstecher in die Pascual y Genís-Straße, 22. An der Fassade finden Sie eine  Tafel mit der Büste des Arztes Jaime Ferrán, der perfekte Vorwand, um Ihre Kinder zu fragen: Wissen Sie, warum dieser Mann berühmt wurde? 

     
    5. Ein Geschenk in der Form einer blauen Dame 

    Wenn Sie sich in der Nähe des Palacio de Congresos (Kongress-Zentrums) wohnen oder dort spazieren gehen, haben Sie das größte Geschenk, das Sie wahrscheinlich je gesehen haben. Genauer gesagt: ein Geschenk an die Stadt València dank der Schirmherrschaft einiger privater Unternehmen und des Künstlers Manolo Valdés. Es handelt sich um eine 18 Meter hohe Skulptur, inspiriert von der Dama de Elche, einer iberischen Figur aus Kalkstein, die heute im Archäologischen Nationalmuseum in Madrid aufbewahrt wird. Die hier gezeigte, als Iberische Dame bekannte Skulptur besteht aus 22.000 Miniaturen der kaum 20 Zentimeter großen Skulptur, die sich ab 2007 auf dem Avenida de las Cortes Valencianas Kreisel befindet. 

     

    Ein weiteres Werk von Valdés ist in der Marina de València zu sehen, wo die La Pamela Skulptur ausgestellt ist - ein riesiger Frauenkopf, der sich vor der Mittelmeersonne schützt, indem er sich mit einem Strohhut bedeckt. Diese elegante Dame gelangte dank der Hortensia Herrero Stiftung in das prägnanteste Seefahrer-Viertel der Stadt und ist Teil einer von Henri Matisse inspirierten Serie von Riesenbüsten, denen Valdés Alltagsgegenstände hinzufügte. 

     
    6. Tausendundeine Geschichten des Stadtzentrums 

    Beim Spaziergang durch das historische Zentrum wird es Ihnen leicht allen, die Kinder zu unterhalten. Es bietet Ihnen genügend Geschichten bis zum Ende der Ausgangssperre. Eine der bekanntesten von València ist die Sage des Drachen des Patriarchen. Der Sage nach lebte in der Huerta (Obstfelder) ein Alligator, der die Bewohner in Angst und Schrecken versetzte. Niemand hatte dem Tier ein Ende setzen können, aber ein Strafgefangener bat um seine Freiheit als Gegenleistung für die Vernichtung des Tieres. Er fertigte sich ein Kleid mit Spiegeln an, und mit einem Speer bewaffnet begab er sich auf die Suche des Drachen. Dieser sah in den Spiegeln sein eigenes Bild, erschrak, wurde schwindlig, und dem Gefangenen gelang es, es den Drachen zu töten. Sie werden ihn jetzt nicht sehen können, aber es wird ein idealer Ausflug mit den Kindern sein, wenn die Denkmäler der Stadt wieder öffnen können. 

     

    Wir beenden unseren Spaziergang mit der Casa de los Gatos (Katzen-Haus), einem Miniatur-Hus in der Calle del Museo-Strasse Nr. 9. Schauen Sie genau hin: die Fenstervorhänge, der Haupteingang, der Brunnen bei der Tür... es fehlen keine Details! Bis zur Inschrift seines Autors, der das Haus zur Erinnerung an El Cid und seinen Einzug in die Stadt Valencia im Jahr 1904 nach einer langen Belagerung. Damals überlebte kaum ein Bewohner der Stadt (auf Spanisch: „cuatro gatos“; wörtlich „vier Katzen“. im heutigen Barrio del Carmen-Viertel. Und noch eine weiter Seltsamkeit: wenn Sie das Haus von vorne betrachten, sehen Sie eine Kachel mit dem Zeichen der letzten Überschwemmung in der Stadt im Jahr 1957. So können Sie den Spaziergang mit der Geschichte der Transformation des Turia-Flussbetts fortsetzen, die wir Ihnen oben erzählt haben. 

     

    PS: Der Jardín del Turia-Park ist 9 Kilometer lang. Haben Sie richtig getippt? 

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